< Kinder an die Macht! Machtbasis der Ethikratie

(Quelle: https://www.spektrum.de)

Der Hirnstamm ist der älteste und tiefliegendste Teil des menschlichen Gehirns. Er hat sich bereits vor ca. 500 Millionen Jahren im Laufe der Evolution entwickelt. Er enthält die Hirnnervenkerne und alle lebenswichtigen Bereiche wie die Atmung, die Regulation des Herzschlages, der Nahrungsaufnahme und der Darmtätigkeit, sowie die Antriebe, Reflexe und Bewertungen zur Ernährung und zum Selbstschutz, also alles, was schon die Reptilien brauchen, um zu überleben. Da dies Grundvoraussetzungen für das Leben eines jeden Wirbeltieres sind, haben alle Wirbeltiere diesen Gehirnteil, und er ist bei allen nahezu gleich aufgebaut. Bei niederen (Nicht-Säugetier-) Wirbeltieren wie den Reptilien macht dieser Bereich sogar fast das gesamte Gehirn aus und trägt daher auch seinen Namen „Reptiliengehirn“. (aus: https://www.gehirnlernen.de/gehirn/der-hirnstamm-oder-das-reptiliengehirn/ ) Das Modell des “dreieinigen Gehirns” ist nicht unumstritten in den Details der räumlichen Lokalisierung, bietet jedoch einen grundsätzlichen funktionalen Orientierungsrahmen, der aus neurobiologischer und vor allem neuropsychologischer Sicht das Verständnis für das Verhalten von Tieren und besonders der Primaten (wie dem Menschen) erleichtert. Hier geht es um die systemische, organismische Sichtweise, die Art und Weise, wie unsere “kybernetische” Steuerung funktioniert.

Die Wurzel – wie unser Gehirn entscheidet

Im Ursprung sind wir alle Reptilien Das Gehirn des Menschen weist unter anderem zwei bedeutende Bereiche auf, mit denen der Mensch Entscheidungen fällt: das Reptiliengehirn oder Reptilienhirn und das Säugetiergehirn oder Säugerhirn. Das Reptilienhirn, das evolutionär gesehen älter ist und welches schon unsere Vorfahren, die Reptilien besaßen, wird aktiv, wenn wir in Gefahr sind. Es hilft uns im Kampf um das Überleben. Da wir heutzutage nur selten auf echte Gefahren von außen treffen, hat sich das Reptilienhirn nach anderen Aufgaben “umgesehen” – es richtet sich seit der jungsteinzeitlichen Revolution, der Sesshaftwerdung gegen die eigene Gemeinschaft und ist auf eigenen Vorteil bedacht. Es strebt nach lebenslangem Wachstum und Anreicherung von Macht. Das Säugerhirn dagegen ist der Bereich, der uns Menschen (und andere Säugetiere auch) dazu befähigt, uns um unsere Familien und andere Mitmenschen zu kümmern. Es befähigt uns dazu, umsorgende, wohlwollende Wesen zu sein, die nach Bildung streben, Reife und Harmonie. In der Fachliteratur der Neurologie, Psychiatrie und Psychologie werden die Menschen nach Empathie und Psychopathie eingeteilt. Wichtig: mit “Psychopathen” sind ausdrücklich nicht die Menschen gemeint, die wir vielleicht bisher damit in Verbindung bringen, also nicht nur die Massenmörder. Wenn hier von Psychopathen die Rede ist, so sind (zumindestens tendenziell) skrupellose Menschen mit emotionaler Kälte gemeint, bei denen die Entscheidungen deutlich stärker anhand ihres Reptilienhirns getroffen werden. Die kognitive [bewusstseinshafte] Manifestation der Psychopathie heißt „Faschistoidie“. Die Transzendenz der Psychopathie heißt „[materielle] Macht“. Der dominierende Anreizvektor ist „Eigenleidminderung“.

Diagramm Psychopathie - Empathie
Diagramm Psychopathie – Empathie

Die Eigenschaften und Fühlweisen des „Reptils“ sind:

  • fressen wollen, wachsen wollen, mächtiger werden
  • furchtlos und sorglos sein
  • frei sein von hemmenden Skrupeln, daher: töten, schlachten und ausschlachten
  • Grenzen anstreben und Grenzen missachten
  • bis zum Äußersten gehen
  • risikoreich handeln, schmerzunempfindlich

Das Säugerhirn hat sich evolutionär stufig abgespalten. Das Reptilienhirn wurde oberhalb umhüllt von der komplexen, notwendigen, transformatorischen Schicht des Säugetiers, dem limbischen System, vervollständigt durch den Neocortex. In der Wissenschaft heißen die Säugetier-Skills „affektive Empathie“. Die kognitive [bewusstseinshafte] Manifestation der affektiven Empathie heißt „Ethik“. Die Transzendenz der affektiven Empathie heißt „Spiritualität“. Der dominierende Anreizvektor ist „Fremdleidminderung“. Für die Versorgung – auch für andere – bleiben Reptilien-Skills sinnvoll, vor allem bei Jägern, bei Kriegern mehr, bei Müttern seltener. Das Säugetier wächst nur begrenzt. Im Gegensatz zum lebenslang “wachsenden” Reptil „reift“ das Säugetier, um schwanger sein und später das Gelernte weitergeben zu können – als Eltern, Trainer und [kognitiv] Lehrer. Die Eigenschaften und Fühlweisen des „Säugetiers“:

  • notwendige Fühl- und Denkweisen, mit denen es für den Nachwuchs, den Partner, die Gruppe und die Art sorgen kann und sorgt
  • affektive Empathie, klassisches Einfühlungsvermögen → Mitgefühl [nicht zu verwechseln mit dem destruktiven, selbst krankmachenden und sinnlosen Mit-„Leid“]
  • einfühlsam fürsorglich, wohlwollend hinhörend, perspektivwechselnd einsichtig
Das Eigentums-Geld ist das beste Mittel zur Erfüllung der Intentionen unseres Reptilienhirns: täuschen, jagen, fressen, wachsen (ein Leben lang) und dadurch Macht gewinnen. Wäre im Welt-Durchschnitt unser Säugetierhirn dominanter, dann wären zähmen, hüten, reifen (ein Leben lang) und dadurch Entwicklung gewinnen weitaus wichtiger in allem. Dann gäbe es keine Ausbeutung, kein Geld-Eigentums-Kapital, keine Parteien, keine Lobby-Politiker, keine Konzerne, keinen Wirtschaftskrieg, kein Bedrohungsgefühl des Überlebens zwischen den Menschen, kein Dauerwachstumsstreben, keine Klimakatastrophe, kein Massenaussterben anderer Wesen. All das gibt es nur, weil sich unser Reptilienhirn skrupellos gegen die eigene Art wandte, als der Kampf der Menschheit mit Mitlebewesen allmählich unter Entfremdung verschwand. Unser Säugetierhirn hat unser Reptilienhirn noch nicht zähmen können.

Spiegel-Studie

In den 90ern wurde eine weltweite große Studie von Rudolf Augstein (Spiegel) in Auftrag gegeben mit in etwa folgender Forschungsfrage: „Wie unterscheidet sich der ethische Standard in den diversen akademischen Fakultäten“ – im Grunde wurde dabei der durchschnittliche Psychopathie-Empathie-Grad (ganz im Sinne meines „Ethische-Reife-Faktors“) pro Fakultät gemessen. Das Ergebnis:

  1. Betriebswirtschaftler (größte Psychopathen)
  2. Chemiker und Pharmazeuten
  3. Juristen

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