Kritische Betrachtung

Bilden wir damit nicht ein neues Klassensystem an Menschen?

 

Handlungsmaxime – Präambel des neuen Grundgesetzes

Der Mensch ist als ethisches Wesen dazu verpflichtet, das Leid seiner Mitwesen bestmöglich gering zu halten – und dies vor eigenen Handlungen vorbeugend zu bedenken.

Soziale Bewertung

Die Gemeinschaft ist dazu berechtigt, sich vorbeugend vor Verstößen gegen die Handlungs­maxime so weit zu schützen, wie die Handlungsmaxime nicht verletzt wird.

Vorbeugende Macht-Begrenzung für potenziell Leidschaffende ist also ethisch geboten.

 

„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Per­sön­lichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt …“ – [Grundgesetz der BRD, Art.2 Abs.1]

 


Das Argument, dass der persönliche Psychopathie-Level unter Datenschutz fallen sollte, ist obsolet, denn hier geht es ausschließlich um das Leidschaffungpotenzial gegen die Gesellschaft, also die Information darüber, wie gefährlich jemand für alle ist, die ihm begegnen. Dies verstecken zu wollen, wäre falsch und ist Beweis für die ethische Sauberkeit der Offenlegungspflicht. Wir schränken aus gutem Grunde auch Menschen ein, die Gefahr laufen, einen Sprenggürtel unter der Bomberjacke zu verstecken. Außerdem wird hier niemandem das Stimmrecht entzogen, da man in jedem Fall mindestens einen Stimmpunkt hat. Nur wird der gesellschaftliche Einfluss umso mehr begrenzt, je größer das Leidschaffungspotenzial ist. Bösartigkeit muss gezähmt werden, auch vorbeugend die potenzielle.

Gedankenschnipsel von Tom – TODO
“Ethische Stimmgewichtung” … das macht ja auch das alte System mit dem Argument, man müsse das Volk vor sich selbst beschützen. Nur dass es im Altsystem das GANZE Volk ist, dem dann das Stimmgewicht für alle auf Null reduziert, plebiszitäre Gesetzgebung ausgeschlossen wird. Die Ethikratie sagt aber nur “man müsse das Volk vor den BÖSEN im Volk beschützen” und gibt selbst denen noch ein Stimmrecht. Ich halte das für weitaus gerechter, klüger und sinnvoller.

“Ich will aber den Sprenggürtel unter meiner Bomberjacke verstecken dürfen, um ihn dann bei der Gesetzgebung oder sonstwo explodieren lassen zu können”  oder was?

Die Kinder dürfen das fordern – und die Begrenzung des [neuen, tatsächlichen] Gesetzgebungs-Einflusses schafft ja auch per se kein Leid.

Das muss nicht so weit gehen, dass jeder seinen ERF (= Ethische-Reife-Faktor) offen am Revers tragen muss, aber diese Infor­mation über beliebige Andere muss frei verfügbar sein. Jeder hat das Recht, sich vor potenziellem Leid/ potenziellen Leidschaffern zu schützen.

Die Ermittlung des ERFs wird z. B. ausgedrückt in Werte 0 bis 1, Durchschnitt 0.5 ERF und ist invers zum Psychopathiegrad. Er wird durch das Online-Wahlsystem selbst ermittelt und von Wahl zu Wahl genauer. Damit entsteht ein selbstkalibrierender Regelkreis mit rekursivem Feedback und sogar schon bei Kindern ab Lesealter gut passende Ergebnisse liefert (→themenbezogen variables Wahlalter).  Dieses Wahlsystem lässt sich sehr schnell einführen.

Übrigens wird auch hier, wie in vielen anderen Bereichen innerhalb der Ethikra­tie die neue „Attributionswissenschaft“ eine erhebliche Rolle spielen, später insbesondere im Zusammen­hang mit Quantenrechnern → Leidbemaßung, Leidausgleichsbedarfserkennung und Anreiz-Steuerung.

Auch die Leid-Attributierung in anderen Bereichen lassen sich alle per allgemeiner Wahl, ethisch gewichtet, ermitteln.

Beispiele dafür:

  • wieviel Tierleid bedeutet industrielle versus kleinbäuerliche Tierhaltung?
  • wieviel Menschenleid bedeuten importierte Klamotten?
  • wieviel Leid bedeutet die Nähe zu Windrädern

Ab ca. 100.000 Stimmabgaben bildet das Ergebnis die Wirklichkeit passend ab. Die Leid-Attributierung und -Bewertung unterliegt verstärkter Kontrolle durch die Ethikrative. Hierunter fallen übrigens auch die Mechanismen, die für eine gegebene Arbeit eine ausreichende Zahl an Arbeitern erbringen – der Qual-Gegenwert (Leidausgleichsgeld, Komfortgeld) für diese Arbeit wird als Anreiz-Vektor so lange betraglich erhöht, bis sich genügend Menschen dafür bereitfinden. Letztlich „kostet“ es niemanden etwas, nur die Relationen werden angemessen verschoben.

Noch ein „springender Punkt“: das neue System wird keine „perfekten“ oder „präzisen“ Ergeb­nisse liefern, wie es der Anspruch in den alten „Demokratien“ ist, sondern plant die Fehlerabwei­chung/Unschärfe gleich von vorneher­ein mit ein. Sie optimiert dies aber laufend weiter, mit immer größerer Annäherung an das Optimum. Mögliche Benachteiligungen können auf Kurzantrag großzügig ausgeglichen werden, immer im positiven Sicherheitsbereich bleibend – siehe auch „Wohlversorgungs-Ökonomie“ und Kant.

Die Stimme kann auch delegiert werden. Dies geht aber nur an Personen– partiell, themenbezogen, zeitweise oder insgesamt. Parteien sind obsolet und entfallen. Der Delegierte muss mindestens 0.1 ERF mehr aufweisen als der Delegie­rende (erhöhte Verantwortung, multiplikative Funktion).

Alle Multiplikatoren mit direktem Einfluss bzw. direkter Wirkung, wie Führungs- und Exekutiv-Entschei­dungs-Personal sowie mediales Personal und Parlamentarier, Richter, Lehrer etc. müssen ERF >= 0,5 haben. Dies gelte also auch für die Medien.

Potenziell eher gemeinschaftsschädigende Mitglieder (ERF < 0.5) müssen jedenfalls von der multi­plikativen Machthabe inkl. Meinungsmache ferngehalten werden. Hier geht es nicht um Zensur, sondern um Multileidschaffungsverhinderung.

Alle „Parlamentarier“ (die z.B. 500 Personen/Delegaten mit höchster Punktzahl) dienen nur zur „professionellen“ Erstellung des Plans, zur Planvorstellung und zum Ausdiskutieren/ Bedenken.  Gewählt wird dann vom Volk direkt, gewichtet nach deren ERF. Die Ergebnisse wer­den immer relativ ethisch reif sein.

Initial (aber auch weiterlaufend) werden alle Berufe/Berufsbilder von allen Wählern in Reihenfolge bzgl. „Leid-Faktor“ eingestuft. Im Leid- bzw.Qualfaktor wird natürlich auch einbezogen, wieviel Qual jemand einer anderen Person gegenüber mit seiner Arbeit mindert. Hieraus entstehen zwei Sortierungen: nach geschätzter Berufs-„Härte“ und nach geschätzter Leidminderung innerhalb der Gemeinschaft.  Die Berufshärte beinhaltet körperliche und geistige Anstrengung, Alterungsanteil, Ausbildungsdauer, Zumutungen (bsp. Kanalarbeiter u/o Müllwerker). Sie soll vom Volk in der ersten großen “Wahl” sortiert werden, braucht also nicht “gemessen” oder “bewertet” zu werden.

Letztendlich wird sich hier ein treffendes und allen ethischen Kriterien genügendes Bild ergeben dank der ethischen Gewichtung der Wähler (hier eher „Sortierer“), übrigens beliebig verfeinerbar pro Berufsbild.  Das wird dann auf [0..5] abgebildet/skaliert (0 = nicht-arbeitend, 5 = z. B.Chirurg, Bombenentschärfer, Kapitän, also die, die am höchsten eingestuft werden], alle Zwischenstufen sind möglich – der Faktor bezeichnet grob das Vielfache des Teilhabegeldes (s. später, zu optimieren).

Wahlen, die nur regional relevant sind, werden auch nur regional durchgeführt. Dasselbe gilt auf Kreis-Ebene, aber auch für Kulturkreise u/o ggf. geographisch Basiertes von Bergregionen bis zu Kontinenten.

Auch die Kreise und Regionen selbst werden am Anfang wahltechnisch ermittelt. Dabei dürften zum Beispiel Anhalt und ein um den eher sächsischen Teil von Sachsen-Anhalt ergänztes Sachsen heraus­kommen, also deutlich mehr kulturell differenziert.
Eine „Nation“ wird es ja nicht mehr geben, da alles auf flexible „Verwaltung“ fokussiert sein wird – der „Rechtsraum“ ist sowieso ein und derselbe.